Veränderte politische Prioritäten bringen die Energieproduzenten in Bedrängnis.
Veröffentlicht: Donnerstag, Januar 08, 2026 | 12:00 CDT
USA verschieben Schließung von Kohlekraftwerken
Das US-Energieministerium hat die Kohlekraftwerke in Indiana, Michigan, Pennsylvania und Washington angewiesen, über ihre geplanten Stilllegungstermine hinaus weiterzulaufen. Die Behörde erklärte, dass diese Standorte aufgrund der angespannten Stromversorgung und der steigenden Nachfrage mit einem Notstand konfrontiert seien. Ein Großteil des Versorgungsengpasses ist auf die beschleunigte Stilllegung von Kraftwerken und den Baustopp neuer Offshore-Windparks zurückzuführen.
Die Weiterführung des Betriebs alternder Kohlekraftwerke kann zu höheren Betriebskosten und Energierechnungen führen. Mehrere dieser Anordnungen werden vor Gericht angefochten.
Angesichts des steigenden Energiebedarfs könnten sich die Stilllegungstermine von Kraftwerken in den nächsten Jahren weiter verlängern. Infolgedessen werden sich die Logistikbedürfnisse hin zu Ersatzteilen für ältere Anlagen anstatt zu neuen Anlagen verlagern.
US-Regierung stoppt Offshore-Windprojekte
Das US-Innenministerium setzt die Vergabe von Pachtverträgen für alle im Bau befindlichen großangelegten Offshore-Windprojekte aus. Dies betrifft fünf große Windparks, die vor der Ostküste gebaut werden. Die US-Regierung erklärt, dass diese Projekte nationale Sicherheitsrisiken bergen, die in kürzlich fertiggestellten, als geheim eingestuften Berichten dargelegt wurden, und dass die Aussetzung den Pächtern und Bundesstaaten die Möglichkeit geben soll, diese Risiken zu mindern.
Laut der Behörde erzeugen massive Turbinenschaufeln und reflektierende Türme Radarstörungen, die zu falschen Zielen in der Nähe von Küstenbevölkerungszentren führen. Die Regierung hält Offshore-Windkraft außerdem für teuer, unzuverlässig und übermäßig subventioniert.
Die sich ständig ändernde öffentliche Politik erschwert es der Energiewirtschaft, langfristige Pläne zu schmieden. Szenarioplanung kann Lieferkette helfen, flexibel auf Veränderungen zu reagieren.
Was das venezolanische Öl angeht, heißt es abwarten – vorerst.
Die Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte nach der Verhaftung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro am 3. Januar 2026 sind noch nicht absehbar. Venezuela verfügt über die weltweit größten nachgewiesenen Ölreserven, produziert aber nur etwa 1 Million Barrel pro Tag – weniger als 1 % der globalen Ölproduktion.
Aufgrund der Komplexität der internationalen Rohölmärkte, der begrenzten Produktionskapazität in Venezuela und der Ungewissheit über den Zustand der venezolanischen Regierung und das Ausmaß der US-Beteiligung ist es schwierig abzuschätzen, wie sich die Ölproduktion und die Preise in naher Zukunft entwickeln werden.
Aus globaler Schifffahrtsperspektive ist Venezuela kein bedeutender globaler Verlader und wird von keinem großen Hochseeanbieter bedient. Nach anfänglichen Störungen infolge der Ereignisse vom 3. Januar scheint der Flug- und Schiffsverkehr derzeit normal weiterzulaufen.
C.H. Robinson überwacht die Situation.
Aktuelle Tarifaktualisierungen
Aktualisierung der USMCA-Überprüfung
Die sechsjährige Überprüfung des Freihandelsabkommens zwischen den USA, Mexiko und Kanada (USMCA), die die Handelsbeziehungen zwischen den Mitgliedern neu gestalten könnte, ist im Gange. Die US-Regierung hat sich zwar noch nicht zu einer Verlängerung bekannt, bevorzugt aber im Allgemeinen Nearshoring. Eine Entscheidung wird bis Juli 2026 erwartet.
Mexiko erhebt Zölle auf Waren aus China und anderen asiatischen Ländern
Am 1. Januar verhängte Mexiko Zölle von 5 bis 50 Prozent auf eine Reihe von Waren, ohne dabei den Energiesektor explizit ins Visier zu nehmen. Die Zölle gelten für bestimmte Stahl-, Kunststoff- und Glasprodukte. Dieser Schritt unterstützt die Ziele des „Plan Mexico“, 350.000 Arbeitsplätze zu schaffen, das Handelsdefizit mit China zu verringern und den lokalen Wertschöpfungsanteil von Waren bis 2030 um 15 % zu steigern.
Kanadische Stahlzölle
Kanada hat mit Wirkung zum 26. Dezember 2025 einen 50-prozentigen Aufschlag auf bestimmte Stahlimporte aus Ländern erhoben, mit denen es keine Freihandelsabkommen hat. Die Maßnahme zielt speziell auf die chinesische Überproduktion ab.
Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA bezüglich Zöllen
Eine Entscheidung darüber, ob die Regierung Zölle gemäß dem International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) erheben kann, wird nun in diesem Monat erwartet, möglicherweise schon am Freitag, dem 9. Januar, wenn der Gerichtshof seine erste Urteilsrunde für das neue Jahr verkündet. Im Falle einer Aufhebung könnten Importeure eine Rückerstattung erhalten, allerdings ist die Erwartung eines schnellen Rückerstattungsprozesses gering.
Weitere Einzelheiten finden Sie im Abschnitt „Handelspolitik & Zoll“ dieses Berichts.